Stufenplan bis zum Ende der Pandemie

Stufenplanentwicklung

  • Ein elastischer, transparenter Stufenplan wird benötigt, der Deutschland ohne stetig neue Grundsatzdiskussionen bis zum Pandemieende bringt, da sich die Situation durch die Saison, die Populationsbewegungen, neue Varianten und den sich verändernden Bekämpfungserfolg sehr dynamisch bewegt (Abb.1.). Er soll auch die Positivagenda beinhalten gegen die Pandemiemüdigkeit nach einem Jahr stolpern von Lockdown zu Lockdown.
  • Die entscheidenden Erfolgskriterien zur Abbildung der Pandemiesituation müssen dringend festgelegt werden: R-Wert-Trend, risikogruppenspezifische Inzidenzen, Belastung Gesundheitssystem, Belegung Intensivstationen, Sterbefälle. Weitere Indices wären vorstellbar. Zur gesundheitlichen und epidemiologischen Bewertung der Pandemiestufen ist die mittlere 7-Tage Melderate allein nicht geeignet.
  • Die Maßnahmen der Pandemiepläne müssen in allen Stufen durchhaltbar und tragfähig für die Gesellschaft sein. Die Politik muss daher einen Prozess des wissenschaftlichen und politischen Diskurses darüber initiieren, welcher Zielkorridor/welche Pandemiestufe durchhaltbar angestrebt werden soll. Die 50er mittlere 7-Tage Melderate ist z.B. für stationäre Einrichtungen völlig ungeeignet und ist für die Gesamtbevölkerung im Winter nur unter größten Anstrengungen zu erreichen und kann danach nur durch weitere harte Maßnahmen gehalten werden. Im Sommer können wiederum niedrigere Pandemiestufen angestrebt werden.
  • Interdisziplinäre Arbeitsgruppen legen die Eskalationsstufen der Maßnahmen in den einzelnen Lebensbereichen fest. Beispiel für den Einzelhandel: keine Einschränkungen, Öffnung mit Hygienekonzepten, Schließung.

Was wissen wir zu Stufenplänen

  • Strategieentwicklung ist eine Kernaufgabe des Managements einer jeder Organisation. Sie hilft, den besten Weg zu finden vom Jetzt (dem Ist-Zustand) bis hin zur Umsetzung des strategischen Ziel eines Unternehmens.
Abbildung 1
  • Weil sich durch alle Lebensbereiche ziehend erfordert die Erarbeitung einer solchen Strategie die Mitarbeit vieler Fachgebiete, nicht nur die von Virologen, Physikern und Modellierer. Ärzte aller Disziplinen, insbesondere Infektiologen und Krankenhaushygieniker, Gesundheitsökonomen, Public Health und Wirtschaftswissenschaftler gehören genauso dazu wie Psychologen, Soziologen und Kommunikationsexperten. Sie müssen alternative Bekämpfungsoptionen erarbeiten, ihre Vor- und Nachteile evaluieren und schließlich ergebnissoffen den Entscheidungsträgern vorstellen.
  • Ein Stufenplan ist nichts Neues: gesundheitlich relevante Erfolgskriterien determinieren die Pandemiestufe. Jeder Stufe ist transparent ein Maßnahmenpaket für die einzelnen Lebensbereichen zugeordnet: von der Kita bis zum Einzelhandel, den OPNV bis zum Arbeitsplatz.
  • Alle 3-4 Wochen wird z.B. auf Landesebene die erreichte Pandemiestufe eingeschätzt. Falls es Veränderungen gibt (Wechsel in andere Stufe), ist vorhersagbar, was an den Maßnahmen geändert werden wird. Gleichzeitig kann man priorisieren und Parameter wie Wintersaison, neue Varianten etc. spielen keine Rolle mehr: der Erfolg orientiert sich daran die gesundheitlichen Auswirkungen zu minimieren.
  • Dadurch wird transparent und vorhersagbar, welche Maßnahmen bei welcher Pandemiesstufe zu erwarten sind und wann sie verschärft oder gelockert werden können. Diese Vorhersagbarkeit liefert die Positivagenda um die Menschen auf dem Weg zum Pandemieende auch mitzunehmen.